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Interview

veröffentlicht am 16. Juni 2020

Herr Menke, die Auswirkungen von Corona auf Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sind weithin spürbar. Welche langfristigen Veränderungen ergeben sich für Finanzinstitute?

Thomas Menke: Wir haben einen weiteren großen Sprung in Richtung digitales Banking gemacht. Sei es das Bezahlen per App oder das Online-Banking – immer mehr Kunden, die vorher nicht überzeugt waren, haben sich nun aufgrund der Krise für digitale Lösungen entschieden. Das wird sich auch nicht mehr zurückentwickeln. Im Gegenteil, wer einmal die Vorteile des digitalen Bankings erlebt hat, ist neugierig auf mehr.

Und die persönliche Beratung?

Thomas Menke:  Die hat sich in den vergangenen Wochen auf das Telefon konzentriert und nun spüren wir deutliche Gewöhnungseffekte. Nach einem sehr starken März mit über 70.000 Anrufen liegen wir mittlerweile immer noch deutlich über der Zeit vor Corona. Der Griff zum Mobiltelefon ist einfacher als der Weg in die Filiale. Wir haben bereits im vergangenen Jahr unsere Telefonfiliale ausgebaut und werden dies auch in Zukunft weiter tun. Bleiben wird dagegen die individuelle, persönliche Beratung vor Ort zu komplexen Finanzfragen wie beispielsweise Altersvorsorge, Baufinanzierung und Immobilien oder Geldanlagen.

Apropos Geldanlagen: Bei den Kursentwicklungen drängen sich Parallelen zur Finanzmarktkrise auf. Heißt es für Anleger wieder „Augen zu und durch“?

Thomas Menke:  Historisch gesehen, ja. Wer in den Krisen der letzten Jahrzehnte so gehandelt hat, hat richtig gehandelt. Denn der langfristige Trend stimmt. Entscheidend sind also die persönliche Risikoneigung und Liquiditätsplanung. Beides wird in solch einer Rezession auf den Prüfstand gestellt. In der Finanzkrise haben wir da viel gelernt und dabei das Vertrauen in die Märkte behalten. Das erwarte ich auch jetzt für die Zukunft.

Wann werden denn wohl die Verluste an den Börsen wieder aufgeholt sein?

Thomas Menke:  In 80 % aller Fälle der letzten 30 Jahre waren die Verluste nach zwei Jahren wieder aufgeholt. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende und nach der Finanzkrise hat es länger gedauert, nämlich mehr als fünf Jahre. Wir rechnen in der Corona-Krise damit, dass der Erholungszeitraum ähnlich verläuft.

Und wie wird sich der Immobilienmarkt entwickeln?

Thomas Menke:  Da wir im Norden immer noch eine höhere Nachfrage als Angebote haben, gehen wir langfristig nicht von sinkenden Preisen aus. Abgesehen von den Top-Lagen rechnen wir wohl aber mit einer Preisstabilisierung. Die Finanzierungskosten bleiben günstig. Und der Wunsch nach eigenem Wohnraum ist ungebrochen.