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Vollbremsung

veröffentlicht am 30. März 2020

Konjunkturelle Nachfragerückgänge haben oftmals ihre Vorboten und die betroffenen Unternehmen haben die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Die durch die Finanzkrise ausgelöste Rezession in 2008/2009 war ein enormer Schock für viele Unternehmen, der in seiner wirtschaftlichen Wirkung weit über normale konjunkturelle Zyklen hinausging. Doch was Unternehmen und deren Beschäftigte derzeit erleben, kommt einer wirtschaftlichen Vollbremsung gleich und die Reaktionszeit der betroffenen Unternehmen ist extrem kurz.

 

Die Lage ist ernstMichael Otten

Wie dramatisch die Situation ist, wird daran deutlich, dass das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz die Insolvenzantragspflicht für durch die Corona-Epidemie geschädigte Unternehmen bis zum 30.09.2020 – längstens durch Verlängerung bis 31.03.2021 – ausgesetzt hat. Die Insolvenzantragspflicht liegt bei Zahlungsunfähigkeit und /oder Überschuldung vor und beträgt normalerweise 3 Wochen. Der tragende Gedanke dabei ist, dass die betroffenen Unternehmen noch rechtzeitig die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen beantragen bzw. erhalten können. „Die Ankündigung der Aussetzung der Antragspflicht ist daher eindeutig zu begrüßen“, so  Thomas Menke, Vorstandsvorsitzender der Nospa und Michael Otten, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiREG. Beide weisen aber deutlich darauf hin, dass dies kein Persilschein für Unternehmen und Betriebe ist, die bereits vor der Corona-Pandemie in der Krise waren.

Michael Otten

Bestimmte Unternehmen und Betriebe stehen aufgrund der behördlich angeordneten Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen plötzlich ohne Umsatz sprich ohne Einnahmen da. Diese Unternehmen haben somit den Betrieb vorerst einstellen müssen.  Bei anderen Unternehmen kommt es zu Betriebsunterbrechungen aufgrund von Infektionsfällen im eigenen Unternehmen oder in Unternehmen von Geschäftspartnern. Aber auch die Unterbrechung von Lieferketten aus anderen Infektionsgebieten können Unternehmen empfindlich treffen.

 

Auf die Liquidität kommt es jetzt an

Thomas Menke

Für viele Geschäftsleitungen geht es in den kommenden Wochen hauptsächlich darum, den Fortbestand des von der Krise betroffenen Unternehmens zu sichern. Zu den erfolgskritischen Maßnahmen gehört zunächst die Sicherung der operativen Liquidität, d.h. Ausgaben streichen, soweit noch möglich das Lager abverkaufen. Weiterhin empfiehlt Michael Otten eine kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung aufzustellen. Mindestens sollte eine detaillierte 3-Wochen-Liquiditätsplanung und eine 6-9-Monats-Grobplanung erstellt werden.  Ganz besonders wichtig ist es, den finanzierenden Banken einen aktuellen Status zu geben“, betont Thomas Menke. Um den betroffen Unternehmen und Selbständigen zu helfen, hat die Nospa wichtige Information zur Corona-Hilfe auf Ihrer Homepage übersichtlich dargestellt und hilfreiche Tools z.B. zur Erstellung einer Liquiditätsplanung als Download zur Verfügung gestellt (hier klicken). Den betroffenen Unternehmen steht auch die WiREG hilfreich zur Seite. Wir haben uns blitzschnell auf die neue Situation eingestellt und haben bereits hunderten von betroffenen Unternehmen Hinweise zur Krisenbewältigung gegeben“, so Michael Otten.

 

Die Zukunft bleibt offen

Je länger der sogenannte „Shutdown“ anhält, desto dramatischer werden die Auswirkungen auf die Realwirtschaft sein. Das geht auch aus der jüngst veröffentlichten ifo Konjunkturprognose vom 19.03.2020 hervor. Danach  ist die globale Konjunktur eingebrochen und es besteht ein erhebliches Abwärtsrisiko.  Menke und Otten sind sich einig und empfehlen den Unternehmen daher weitere besonnene Maßnahmen zur Sicherung des Fortbestandes ihrer Unternehmen zu definieren und sich vorsorglich „wetterfest“ zu machen, um die wirtschaftliche Vollbremsung managen zu können.

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