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Wie schwer wird es?

veröffentlicht am 29. März 2020

Wird die Corona-Krise schwerer als die Lehman-Krise?

Ökonomen sind in Sorge. Viele Experten erwarten eine tiefe Rezession. Ist das mediale Übertreibung oder ein reales Szenario? Was unterscheidet die Corona-Krise von der Lehman-Krise? Wie geht Geldanlage in Zeiten von Corona? Antworten von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

 

Herr Kater, das Ifo-Institut rechnet mit bis zu 20,6 Prozent weniger Wirtschaftsleistung in Deutschland. Manche prognostizieren sogar eine Weltwirtschafts-depression wie seit 100 Jahren nicht mehr. Ist das mediale Übertreibung oder echtes Szenario?

In so einer Lage überschlagen sich natürlich die Nachrichten. Man kommt nicht mehr dazu genau hinzuschauen. Die Ökonomen präsentieren ihre Ergebnisse häufig anhand sogenannter Szenario-Rechnungen: Was passiert, wenn bestimme Annahmen gelten? Und dass man auf beliebige Kosten kommt, wenn man die angenommene Produktionspause nur lang genug ausdehnt, dürfte jedem einleuchten.

In den Medien wird dann das schlimmste Szenario in die Schlagzeile gepackt. Schon sieht es so aus, als müsste es so kommen – dabei sind das häufig eher Randszenarien. Davon abgesehen: Einbrüche von fünf bis sieben Prozent, wie wir sie erwarten, sind schon schlimm genug.


Langsam werden erste harte Wirtschaftsdaten aus der Krisenzeit veröffentlicht. Sie lassen auf einen mit der Lehman-Krise 2008/2009 vergleichbaren Einbruch der Konjunktur schließen. Was unterscheidet die Corona-Krise von der Lehman-Krise?

Jede Krise hat ihre sehr eigene DNA. Diesmal sind es nicht die Banken oder das Wirtschaftssystem, die die Krise erzeugten. Sondern es ist eine Naturkatastrophe. Die ist zwar im ersten Moment schlimmer als andere Schocks, aber auch schneller wieder vorbei. Die schwierige Aufgabe ist der Schutz der Unternehmen und Banken, damit sich keine Folgekrisen entwickeln.

 

Menschen kaufen Edelmetalle und Gold – aus Angst vor einem Kollaps. Andere nutzen die tiefen Kurse an der Börse und kaufen Aktien, da diese günstiger sind als je zuvor. Herr Kater, wie geht Geldanlage in Zeiten von Corona?

 In dieser Zeit ist nicht alles anders als in den vergangenen Jahrzehnten. Auch früher hatten wir Krisen von ähnlicher Größenordnung, wenn auch mit anderen Ursachen. Ich denke, auch diesmal sollten wir der Krise mit dem normalen Instrumentarium des Anlegers begegnen. Panik und Hektik sind keine guten Anlageberater. Insbesondere, weil Aktienanleger einen langfristigen Anlagehorizont von vielen Jahren haben.

Erst mit dem Verkauf werden Verluste tatsächlich Realität –  in dem Sinn, dass sie nicht mehr aufgeholt werden können. Selbst Kursstürze gehören leider zur Börsenwelt wie die Anzeigetafel im Börsensaal – aber eben auch die zumeist nachfolgende Erholung.

Die historische Erfahrung spricht eindeutig dafür, dass Kursrücksetzer über die Zeit wieder ausgeglichen werden. Außerdem ist es mit dem richtigen Verkaufszeitpunkt eine recht verzwickte Sache. Meist erkennt man viel zu spät, dass die Märkte wieder nach oben gedreht haben und man verpasst den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg.

Also: Bestände halten und dort über Zukäufe nachdenken, wo Liquidität vorhanden ist und es in die Vermögensstruktur hineinpasst. Deutliche Kursrückgänge sind unter langfristigen Gesichtspunkten eine gute Gelegenheit für den Einstieg. Den vermeintlich richtigen Zeitpunkt zu erkennen, ist so etwas wie der heilige Gral an den Aktienmärkten: Es findet ihn niemand. Anleger sollten daher geplant vorgehen und Stück für Stück in kleinen Portionen Wertpapiere kaufen.

 

 

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