Mindestlohn

Veröffentlicht am 12. Februar 2020

Mindestlohn

 

Seit Januar 2020 gilt ein neuer Mindestlohn. Allerdings: Nicht jede Arbeitskraft hat Anspruch darauf. Lesen Sie hier mehr über die Ausnahmen, aber auch über die Strafen bei Verstößen.

9,35 Euro brutto pro Stunde. Das muss seit dem 1. Januar 2020 jeder Arbeitnehmer über 18 Jahre verdienen. „Jeder“ bedeutet: Der Mindestlohn steht natürlich auch Saisonarbeitern, Minijobbern oder ausländischen Arbeitskräften zu. Trotzdem bekommen nicht automatisch alle ausschließlich den gesetzlichen Mindestlohn: Mehr als dieser Betrag steht Arbeitskräften zu, wenn ihr Arbeitgeber tarifvertraglich an einen Branchenmindestlohn gebunden ist.

Weniger oder auch gar nichts steht denen zu, die ehrenamtlich tätig sind, die an einer Maßnahme zur Arbeitsförderung teilnehmen oder nach einer Langzeitarbeitslosigkeit die ersten sechs Monate wieder in den Beruf einsteigen. Auch Heimarbeiter oder Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Schulausbildung haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn, ebenso wenig Personen, die einen freiwilligen Dienst leisten.

 

Und was ist mit Azubis und Praktikanten?

Wer eine Ausbildung macht, hat auch keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn, dafür aber auf die Mindestausbildungsvergütung. Sie wurde ebenfalls zum 1. Januar 2020 eingeführt. Der sogenannte „Azubimindestlohn“ liegt im ersten Ausbildungsjahr bei 515 Euro im Monat. Bei Praktikanten ist die Situation komplizierter:

  • Bei einem freiwilligen Praktikum, das kürzer als drei Monate ist, gilt der Mindestlohn dann nicht, wenn das Praktikum der beruflichen Orientierung dient oder begleitend zum Studium oder zur Ausbildung geleistet wird. Dritte Möglichkeit: Das Praktikum ist eine Einstiegsqualifizierung.
  • Dauert das freiwillige Praktikum länger als drei Monate, muss es vom ersten Tag an nach dem Mindestlohn gezahlt werden. Das gilt, wenn es der beruflichen Orientierung dient oder berufs- beziehungsweise studienbegleitend absolviert wird.
  • Für ein Pflichtpraktikum muss kein Mindestlohn gezahlt werden.

 

Wenn eine Firma keinen Mindestlohn zahlt

Die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns wird vom Zoll kontrolliert. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit prüft auch die Einhaltung der Mindestlohnzahlungen. Wer gegen das Mindestlohngesetz verstößt, muss mit Strafen von bis zu 500.000 Euro rechnen.

Foto: Mauritius Images

Der Beitrag erschien zuerst auf Der Sparkasseblog.

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