Wo ist die Grenze?

Veröffentlicht am 5. Februar 2020

Wer ins Berufsleben einsteigt, merkt schnell: Überstunden sind nicht ungewöhnlich. Manchmal werden sie verordnet, manche Arbeitnehmer machen sie freiwillig. Ob sie vergütet werden, ist eine ganz andere Frage. Erfahre hier mehr zur gesetzlichen Regelung.

Obwohl du die vertraglich geregelte Arbeitszeit eingehalten hast, sitzt du trotzdem Tag für Tag länger bei der Arbeit? Dann solltest du dir Gedanken machen, ob die Überstunden tatsächlich sein müssen – und was sie dir bringen. Dabei musst du unterscheiden zwischen dem, was das Gesetz und der Arbeitsvertrag vorgeben, und dem, was du möglicherweise aus persönlichen Gründen zu leisten bereit bist.

Das sagt das Gesetz

Eigentlich ist die Sache mit den Überstunden schnell abgehandelt – zumindest, wenn man das Thema juristisch angeht. Denn es gibt keine gesetzliche Pflicht, Mehrarbeit oder Überstunden zu leisten. Falls im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung ebenfalls nichts zu Überstunden steht, musst du also nicht länger bei der Arbeit bleiben. Ausnahme: Bei deinem Arbeitgeber ist ein Notfall eingetreten. Dann kannst du verpflichtet werden, mehr zu arbeiten, weil du eine Treuepflicht gegenüber deinem Chef hast.

Steht in deinem Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung jedoch, dass Überstunden in einem bestimmten Maß vorgesehen sind, musst du dich natürlich daran halten, weil du diesen Vertrag unterschrieben hast.

Werden Überstunden bezahlt?

Eine andere Frage ist, ob Überstunden bezahlt werden müssen. Hier gilt: Ordnet der Chef sie an, muss er sie auch bezahlen. Das gilt auch, wenn er sie billigt oder duldet. Bleibt der Arbeitnehmer einfach so länger bei der Arbeit, hat er jedoch keinen Anspruch auf eine Abgeltung. Vertraglich kann es überdies ganz unterschiedliche Regelungen geben. Möglich sind

  • ein Freizeitausgleich,
  • eine festgelegte Zahl an Überstunden, die mit dem Gehalt bereits abgegolten ist, oder
  • ein überdurchschnittliches Gehalt, mit dem alle Überstunden abgegolten sind.

Manchmal kommt man mit gesetzlichen und vertraglichen Regelungen jedoch nicht weiter. Dann sollte man bei der Frage, ob Überstunden notwendig sind, den gesunden Menschenverstand einsetzen.

  • Beispiel 1: Du arbeitest als Handwerker im Team. Ihr seid gemeinsam zu einem Kunden gefahren. Dann wirst du nicht einfach gehen können, wenn die Arbeitszeit vorbei ist. Wenn du aber deine Kollegen unterstützt, kommt ihr im besten Fall alle früher nach Hause. Wird die Mehrarbeit zum Dauerzustand, musst du das Thema mit dem Chef klären.
  • Beispiel 2: Alle arbeiten länger und du fühlst dich unter Druck gesetzt. Darauf solltest du dich nicht einlassen. Wenn du fertig bist, gehst du nach Hause. Du kannst natürlich noch Kollegen deine Hilfe anbieten, um sie zu entlasten. Das kann dein Renommee fördern.
  • Beispiel 3: Du arbeitest in der Event- oder Messebranche. Dann solltest du nicht nach Hause gehen, während deine Messe oder deine Konferenz noch läuft.

Der Beitrag Überstunden im ersten Job: Wo sind die Grenzen? erschien zuerst auf Der Sparkasseblog.

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