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Was kommt 2020?

veröffentlicht am 10. Dezember 2019

Stabiler als erwartet

 Der Ifo-Geschäftsklima-Index verzeichnete im November wieder eine leichte Aufwärtstendenz und auch das Bruttoinlandsprodukt des dritten Quartals 2019 verdeutlichte, dass Deutschland nicht in die Rezession gerutscht ist. Einen Ausblick in das kommende Jahr wagen die Volkswirte der Deka, dem Wertpapierhaus der Sparkassen.

Für 2020 rechnet die DekaBank mit einer Stabilisierung der Weltkonjunktur bei einem Wachstum von 3,1 Prozent. Viele Unternehmen müssten ihre Lager wieder auffüllen und damit neue Aufträge erteilen. Zudem würden die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China vorerst nicht eskalieren, da sich die US-Administration im Wahljahr auf innenpolitische Themen konzentrieren werde. „Es besteht weiterhin ein erhebliches handelspolitisches Risiko für die Weltkonjunktur, denn die Auseinandersetzung der neuen Rivalen USA und China um die globale Dominanz hat erst begonnen,“ weiß Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka. Die USA befänden sich weiter in einem Wirtschaftssuperzyklus, der im Jahr 2020 eine Wachstumsrate von 1,8 Prozent hervorbringen werde. Der boomende Arbeitsmarkt und moderate Lohnsteigerungen trieben die starke Binnenkonjunktur weiter an. Obwohl der Handelskonflikt in China stärker als erwartet eskaliert sei, dürfe die Regierung von neuen Konjunkturprogrammen absehen und eine weitere Wachstumsverlangsamung (unter 6 Prozent) akzeptieren, um ein Defizit und damit eine wachsende Abhängigkeit von Auslandskapital zu verhindern. „Trotz aller Probleme bleibt Asien der Motor der Weltwirtschaft. Die Einigung auf die Schaffung der größten Freihandelszone der Welt zeigt, dass die Länder der Region immer stärker die Chancen des intraregionalen Handels ergreifen wollen und auch werden“, sagt Kater. 

„Reformen anstoßen, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu retten“

Abnehmende Konjunktur in China, die zunehmende Bedeutung der Schwellenländer und der Aufschwung des Dienstleistungssektors seien die Ursachen dafür, dass die deutsche Industrie kein Wachstumsgarant mehr ist. Allein die Binnenwirtschaft habe Deutschland 2019 vor einer Rezession bewahrt und werde es auch 2020 tun. Von privatem Konsum, Staatsausgaben und Bauwirtschaft seien in den kommenden Quartalen noch weitere Impulse zu erwarten. Die Deka rechnet mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. „Die Folgen der strukturellen Umwälzungen der globalen Wirtschaft, dynamisiert durch den neuerlichen Protektionismus, lasten schwer auf der industriegetriebenen Exportnation Deutschland“, attestiert Kater. „Die Politik muss schnellstmöglich Reformen anstoßen, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand zu retten.“

Kapitalmarkt – gemäßigte, aber solide Renditeerwartungen

Die Kehrtwende der Notenbanken und die Hoffnung auf Beilegung des Handelsstreits haben die Kurse 2019 weit nach oben getragen. „Die Performancetreiber dieses Jahres haben ihre Kraft verloren. Erfolgsfaktor für 2020 wird eine solide, schwankungsfreie Realwirtschaft, die insbesondere Aktien begünstigt“, sagt Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte & Strategie bei der DekaBank. In der jetzt aufziehenden Dekade im Niedrigzinsmodus würden Wertpapiere zum Vermögensaufbau immer unverzichtbarer – wenn auch die Renditen niedriger ausfallen würden als in den letzten Jahrzehnten. Man dürfe sich durch scheinbar niedrige Ertragsperspektiven bei Aktien von 5 Prozent pro Jahr nicht täuschen lassen. „Angesichts niedriger Inflationsraten entspricht die reale Aktienentwicklung dem langfristigen Aufwärtstrend“, betont Schallmayer. Für den Aufbau von Vermögen sei jedoch der Zinseszinseffekt wesentlich, der bei Bankeinlagen nicht mehr gegeben sei. Die Sparer müssten daher ihre Spargewohnheiten ändern: „Nichtstun wird teuer in den 2020er Jahren“, so Schallmayer.

 

Aktien aus Europa, Deutschland und den Schwellenländern hätten Potential, weil gerade diese Märkte anhaltende Zuflüsse und Bewegungen hin zu zyklischen und unterbewerteten Aktien beflügeln sollten. „In Europa und den Schwellenländern ist die Ausgangsbasis der Bewertungen besser und hier wird die marginale Verbesserung der Rahmenbedingungen am ehesten positiv zu spüren sein“, sagt Schallmayer. In den USA gäbe es im kommenden Jahr mit den Präsidentschaftswahlen einen Sondereinfluss. Obwohl ein Radikalumbau der US-Wirtschaft selbst mit einem Sieg der derzeit in Umfragen führenden Demokraten nicht zu erwarten sei, dürften im Jahr 2020 Einflüsse des Wahlkampfs auf die Kapitalmärkte, insbesondere auf die Aktienkurse verschiedener Sektoren, an der Tagesordnung sein.

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