Smart Home – Was digitaler Einbruchschutz kann

eingestellt von Sina Köhn, Vertriebsmanagement am 1. November 2018

 

Früher hatten Hausbesitzer einen Wachhund. Heute übernehmen es Sensoren und Kameras, Einbrecher zu erkennen und zu vertreiben. Einbruchschutz mit Smart Home hat viele unterschiedliche Facetten. Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.

Stellen Sie sich vor, Sie liegen am Strand. Plötzlich meldet sich Ihr Smartphone: Einbruchalarm! In der App werfen Sie einen Blick in Ihr Wohnzimmer und entdecken tatsächlich einen Dieb. Sie alarmieren in Sekundenschnelle den privaten Sicherheitsdienst und die Polizei. Die Einbrecher werden auf frischer Tat ertappt.
Klingt wie aus einem Science-Fiction-Film? Keineswegs. Dieses Szenario gibt es schon heute. Immer mehr Menschen schützen ihr Heim mit Smart-Home-Produkten. Im vergangenen Jahr machten die Deutschen laut einer Statista-Umfrage 6,1 Millionen Häuser und Wohnungen mit smarten Geräten sicherer und gaben dafür 2,5 Milliarden Euro aus. Das ist eine Steigerung von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch immer mehr Mieter entscheiden sich für technische Gadgets rund um die Sicherheit ihres Heims. Denn im Gegensatz zu schweren Türen können Smart-Home-Produkte ganz einfach bei einem Umzug mitgenommen werden.
Höchste Zeit also, das Thema Smart Home genauer zu beleuchten. Wir klären die wichtigsten Fragen um den „intelligenten“ Einbruchschutz und sagen Ihnen, wie Sie sich und Ihr Heim am besten schützen.

Was ist Einbruchschutz mit Smart Home?

Unter dem Begriff Smart Home versteht man technische Systeme, die in Häusern und Wohnungen zum einen den Komfort, zum anderen die Sicherheit erhöhen. Viele Geräte mit Smart-Home-Funktionen lassen sich mit dem Handy steuern. Ein beliebtes Beispiel dafür sind Heizungen, die sich von der Ferne ein- und ausstellen lassen. Typischerweise werden die verschiedenen Smart-Home-Komponenten in einem Haus vernetzt und zu einem System zusammengeführt.
Der Einbruchschutz ist nur eine Funktion unter vielen.

Stark im Kommen ist momentan das „Smart Metering“. Dabei werden die Zähler von Wasser-, Gas- und Stromverbrauch mit einer intelligenten Komponente versehen. Dadurch entfällt das Ablesen, weil die Daten automatisch digital weitergegeben werden. Außerdem soll durch die Auswertung der Daten ein geringerer Verbrauch möglich werden.

Allerdings hat eine Studie ergeben, dass Sicherheit für die meisten Menschen der wichtigste Aspekt bei Smart Home ist. Einer repräsentativen Umfrage von YouGov zufolge steht der Schutz vor Einbrechern noch vor der Energieersparnis und dem Komfort. Insgesamt gaben drei Viertel der Befragten an, dass sie sich vorstellen können, ihr Heim mit Smart Home auszurüsten.

Was kann Smart Home für den Einbruchschutz leisten?

Es gibt die unterschiedlichsten Produkte und Anwendungsmöglichkeiten auf dem Markt. Die Polizei empfiehlt allerdings nur zwei Gebiete, bei denen Smart Home zum Einsatz kommen sollte.
Zum einen ist laut der Polizei-Initiative „k-einbruch“ der Einsatz der Technik sinnvoll, um Anwesenheit im Haus zu simulieren. Das geschieht zum Beispiel durch die Steuerung von Licht und Rollläden. Dem Einbrecher wird also vorgegaukelt, dass die Bewohner des Hauses da sind.

Zum anderen dient Smart Home als effektives Informationssystem. Aus Sicht der Polizei können Sensoren und Kameras den „normalen“, also mechanischen, Einbruchschutz unterstützen. Bei Auffälligkeiten bekommen Sie eine Push-Nachricht aufs Handy. Sie können den Alarm dann selbst überprüfen, beispielsweise über ein Kamerasignal. Einige Systeme benachrichtigen automatisch einen Sicherheitsdienst.

Bei anderen Anwendungen handelt es sich oftmals um mehr oder weniger teure Spielereien. Es kann beispielsweise amüsant sein, den Türsensor mit Hundegebell aus der Stereoanlage zu verbinden. Aber einen Einbrecher schreckt das selten ab.

Was kann Smart Home nicht?

Experten warnen davor, die Möglichkeiten von Smart Home zu überschätzen. Auch die Polizei betont, dass der herkömmliche Einbruchschutz durch nichts zu ersetzen ist. Das heißt: Investitionen in gute Schlösser, einbruchhemmende Fenster und eine Alarmanlage bleiben sinnvoll. Wenn Sie sich allein auf Smart Home verlassen, verkürzen sie zwar die Zeit für die Einbrecher. Besser aber, Sie verhindern den Einbruch, bevor er stattfindet.
Hinzu kommt: Wenn Sie zu sorglos sind, hilft auch das beste Sicherheitssystem nicht. Ein gekipptes Fenster im Erdgeschoss bekommen Profis innerhalb weniger Sekunden auf.

Produkte für den Einbruchschutz mit Smart Home

Es gibt eine Vielzahl von technischen Geräten, die über ein Netzwerk gesteuert werden können. Grundsätzlich gilt die Regel: Alles, was Strom bezieht, kann smart gesteuert werden. Zu den beliebtesten Smart-Home-Produkten beim Einbruchschutz zählen:

Steuerung von Licht und Rollläden:

Per Smart Phone können Sie ganz einfach Ihre Anwesenheit simulieren. Steuern Sie beispielsweise morgens und abends die Rollläden. Dazu geht immer mal wieder das Licht an – und Sie können sogar den Fernseher einschalten.

Steckdosen:

Mit einer smarten Steckdose können Sie Geräte beliebig aus der Ferne steuern. Typischerweise taugen die Produkte gut dazu, den Stromverbrauch im Haus zu senken. Dazu werden Geräte im Stand-by-Modus abgeschaltet. Sie können auch als günstige Anwesenheitssimulation genutzt werden. So können Sie auch Lampen über die Steckdose steuern – damit es so aussieht, als wären Sie zu Hause.

Sensoren an Fenstern und Türen:

Über Kontakte erkennt das Sicherheitssystem jederzeit, ob ein Fenster oder eine Tür offen oder geschlossen ist. Wenn sich der Status ändert, während Sie nicht zu Hause sind, könnten Einbrecher am Werk sein.

Kameras:

Überwachungskameras gibt es in vielen Arten und Formen und können sowohl innen als auch außen angebracht werden. Sie sind mit Bewegungsmeldern ausgestattet und melden verdächtige Aktivitäten. Die Heimbesitzer bekommen eine Benachrichtigung aufs Handy geschickt und können sich die Live-Aufnahmen der Kamera ansehen. Sie rufen dann bei Bedarf direkt die Polizei.

Panik-Knopf:

Besonders in den USA beliebt: am Kopfende des Bettes ein Knopf, mit dem sich das Alarmsystem des Haus anschalten lässt. Bei verdächtigen Geräuschen im Haus werden die im Netzwerk angeschlossenen Alarm-Geräte ausgelöst. Einbrecher sollen so aus dem Haus verscheucht werden.

Alarmanlage mit Smart Home:

Alle Funktionen zusammengefasst finden Sie in modernen Alarmsystemen. Oftmals sind sie mit 360-Grad-Kameras und Bewegungssensoren ausgestattet. Dazu kommt die automatische Erkennung der Stellung von Türgriffen, etwa bei einer Tür zur Terrasse. Insgesamt wird das Haus an sich als System betrachtet und alle Fenster und Türen werden mit Sensoren ausgestattet. Der Alarmanlage entgeht so nichts mehr.
Daneben gibt es mittlerweile ganze Eingangsbereiche von Häusern, die smart sind. Neben einer Kamera mit Bewegungsmelder und einer Gegensprechanlage lässt sich hier die Eingangstür per Fingerabdruck oder Chip öffnen. Bei einigen Systemen ist es möglich, einen derartigen Chip-Zugang auch zeitlich steuern. So erhält beispielsweise eine Reinigungskraft einen Chip, der nur zu einer bestimmten Uhrzeit funktioniert.

Wie sicher ist Smart Home?

Die Kameras, Sensoren und anderen technischen Geräte sind bei Smart Home über ein digitales Netz verbunden. Damit bietet sich ein mögliches Angriffsziel für Hacker: Wenn es einem Angreifer gelingt, in Ihr Netzwerk einzudringen, droht Gefahr. Die Einbrecher können bequem feststellen, welche Smart-Home-Geräte im Netzwerk vorhanden sind. Über die Kameras können die Hacker zum Beispiel Ihr Zuhause ausspähen und sich ein Zeitfenster aussuchen, wenn niemand zu Hause ist. Auch wenn diese Fälle bislang nicht häufig vorkommen, ist hier Vorsicht geboten. Sie sollten daher Ihr Netzwerk mit einem besonders sicheren Passwort schützen und häufiger ändern.
Generell gilt: Wenn Sie Smart Home verwenden, sollten Sie noch mehr auf die Sicherheit ihres Netzwerkes achten.

 

Wie sieht das Smart Home der Zukunft aus?

In der Entwicklung von Smart Home steckt eine ungeheure Dynamik. Jedes Jahr kommen zig neue Produkte auf den Markt. Experten gehen davon aus, dass alles was im Moment zu haben ist, erst den Anfang der Digitalisierung im Bereich der smarten Steuerung von Häusern und Wohnungen ist.
Gut möglich also, dass in zehn bis zwanzig Jahren das herkömmliche Schloss mit Zylinder in den meisten Häusern ausgedient hat. Stattdessen werden Türen über Gesichtserkennung und Fingerabdruck geöffnet. Familie und Freunde werden vom Haus erkannt, Fremde müssen erst um Einlass bitten.

Wie genau das smarte Zuhause der Zukunft aussehen wird, ist schwer zu sagen. Dazu verändert sich im Moment zu viel.

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