Wie können Anleger im Norden Schleswig-Holsteins an Erfolgsgeschichten teilhaben?

von Kim-Marcus Jürgensen, Vertriebsmanagement am 23. Januar 2018

Interview mit Sönke R. Hansen, Vermögensberater bei der Nord-Ostsee Sparkasse.

 

An der Börse Geld anzulegen, heißt nicht automatisch zu spekulieren. Im Gegenteil, wer langfristig Wertpapiere kauft, beteiligt sich an realen Unternehmen und kann an deren Erfolg teilhaben. Warum dies kein neuer Trend oder nur eine Modeerscheinung ist, sondern ein breites Fundament bietet, erläutert Herr Hansen von der Nord-Ostsee Sparkasse.

 

Herr Hansen, wissen Sie noch, welche die beliebteste App bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland war?

Hansen (lacht): Ja, seinerzeit gab es noch gar keine Smartphones, also auch keine Apps. Es ist wirklich verblüffend, dass die Markteinführung von Smartphones gerade einmal zehn Jahre her ist. In dieser Zeit hat es das Produkt geschafft, sich fast flächendeckend über alle Generationen und Gesellschaftsschichten zu verbreiten. Eine Entwicklung in Lichtgeschwindigkeit, denn der Sprung vom klassischen Wählscheiben-Telefon zum ersten Mobiltelefon dauerte Jahrzehnte.

 

Firmen wie Apple, Samsung und LG haben davon profitiert.

Hansen:  Das ist richtig. Die großen Hersteller, allen voran die innovativen Unternehmen, haben von dieser Entwicklung profitiert und tun dies noch heute. Das lässt sich an den Verkaufszahlen ablesen und zeigt auch die Entwicklung der Aktienkurse, beispielsweise die Kursentwicklung von Apple. Aber nicht nur die großen Hersteller sind die Profiteure, sondern auch Sensorhersteller, Chipunternehmen und Software-Entwickler. Und das Gute daran ist, dass die Entwicklung weiter voranschreitet. Der bewusste Kapitalanleger wird auch weiterhin am geschäftlichen Erfolg dieser Unternehmen mit seiner Geldanlage partizipieren können.

 

Telekommunikationstrends kommen klassischerweise aus den USA oder Fernost. Was ist mit Deutschland?

Hansen: Hierzulande liegen die Stärken in der Tat mehr im Maschinenbau oder in der Automobilbranche. Erfolgsgeschichten von Großunternehmen sind etwa Daimler, BMW, Audi oder die Siemens AG. Jeder kennt diese Firmen, deren Produkte und häufig auch die Geschichten dahinter. Aber gerade in Deutschland dürfen wir vor allem die unzähligen mittelständischen Weltmarktführer nicht vergessen werden. Wir sind vor allem in Deutschland sehr innovativ, wenn es darum geht, sich auf Veränderungen in der Wirtschaft, im Konsumverhalten einzustellen. Dabei spielt die „Qualität“ eine sehr große Rolle. Made in Germany ist in!

 

 

Der Mittelstand ist häufig etwas versteckt in ländlichen Gegenden angesiedelt.

Hansen: Das stimmt. Nehmen wir zum Beispiel die Hella AG aus Lippstadt in Nordrhein-Westfalen. Ich wage mal die Behauptung, dass das Unternehmen nur Branchenkennern ein Begriff ist. Dabei stellt die Hella AG Leuchtmittel für PKW her und vertreibt u. a. Lampen an nahezu alle großen Hersteller. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich in den vergangenen fünf Jahren sehr positiv entwickelt und auch hier kommen immer neue Technologien hinzu, die sich in qualitativ hochwertigen Produkten wiederfinden.

 

Wir sprechen immer darüber, wie Unternehmen von Trends und Entwicklungen profitiert haben. Was ist mit den Anlegern?

Hansen: Sparer können sich an diesen Erfolgsgeschichten beteiligen, indem sie Wertpapiere wie zum Beispiel Aktien kaufen. Als Aktionär sind sie unmittelbarer Miteigentümer des Unternehmens – natürlich abhängig von der investierten Summe, in der Regel nur zu einem kleinen Teil. Dennoch sind Aktionäre etwa in Form eines steigenden Aktienkurses oder von Dividendenzahlungen am Erfolg beteiligt. Jeder von uns kennt große Firmen, die z.B. im Dax gelistet sind (Daimler  oder Adidas). Genauso müssen Anleger aber auch die Risiken wie fallende Kurse bis hin zur Unternehmenspleite mittragen.

 

Ist es für den einzelnen Anleger nicht äußerst schwierig, einzelne Unternehmen zu bewerten und die „richtigen“ auszusuchen?

Hansen: Das ist in der Tat schwierig und auch zeitaufwendig. Allein an der Deutschen Börse waren per Anfang Dezember 2017 (www.deutsche-boerse.com) knapp 450 Unternehmen gelistet. Man muss Bilanzen lesen, sich in der Branche des jeweiligen Unternehmens auskennen, und beurteilen können, wie viel Potential in einem Unternehmen steckt. Sein Geld nur in ein Unternehmen zu investieren, wäre viel zu riskant. Da ist der Kunde mit einem Fonds, der in eine Vielzahl an Wertpapieren anlegt und von einem Profi verwaltet wird, in einer komfortableren Situation. Natürlich gibt es auch bei Fonds Risiken, denn die Kurse an den Finanzmärkten schwanken. Das kann zu Verlusten führen. Gut, wenn bei der Beratung ein verlässlicher Partner zur Seite steht.

 

Also sind Fonds eher riskant und im Zweifel auch eher nur etwas für Wohlhabende?

Hansen: Es ist sehr viel riskanter, in einzelne Unternehmen zu investieren als zum Beispiel in einen ganzen Korb voller Wertpapiere. Wichtig sind besonders bei Aktien ein längerfristiger Anlagezeitraum und regelmäßiges Sparen. So erhöhen sich die Chancen, dass Schwankungen Verluste abfedern oder sogar genutzt werden können. Stichwort Durchschnittskosteneffekt: Schwächelt die Konjunktur und sind die Kurse unten, erhalten Anleger für die gleiche Sparsumme mehr Fondsanteile. Umgekehrt gilt dies natürlich genauso. Der Grundgedanke von Fonds besteht darin, eine Wertpapieranlage bereits mit kleinen Beträgen zu ermöglichen. Bei regelmäßigen Sparsummen sprechen wir hier von Beträgen ab 25 Euro. Das Beste ist, sich ausführlich beraten zu lassen. Der Berater ermittelt mit dem Kunden zusammen ein Anlegerprofil. Auf dieser Basis wird zusammen mit dem Kunden entschieden, welche für den Kunden  passende Strategie, umgesetzt werden  kann. Vereinbaren Sie am besten gleich ein persönliches Beratungsgespräch.

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