Frauen sollten ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen

Viele Frauen bemerken erst spät, dass sie fürs Alter nicht ausreichend vorgesorgt haben. Die Gründe dafür – und auch die Lösungen – kennt die Nord-Ostsee Sparkasse. Lesen Sie hier das Interview mit Anja Ehlers, Filialleiterin der Nospa in Leck, um mehr über dieses Thema zu erfahren.

Frauen haben im Schnitt eine niedrigere Rente als Männer. Woran liegt das?

Anja Ehlers: Das liegt daran, dass Frauen wegen Schwangerschaft und Kindererziehung in der Regel längere berufliche Auszeiten haben, in denen sie nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Viele Frauen übernehmen auch die Pflege von Angehörigen. In dieser Zeit erwerben sie ebenfalls keine Rentenansprüche. Und leider verdienen Frauen häufig auch weniger als Männer. All das wirkt sich auf die Höhe der Rente aus.

Welche Rentenform ist für Frauen besonders geeignet?

Anja Ehlers: Frauen sollten, wenn es möglich ist, genau so auf die drei Säulen der Altersvorsorge setzen wie Männer: Das sind die gesetzliche Rente, die staatlich geförderte Vorsorge wie Riester-Verträge und  Betriebsrenten und natürlich private Rücklagen.

Gibt es Anlageformen, die für Frauen besonders sinnvoll sind?

Anja Ehlers: Ja, die Riester-Rente beispielsweise. Denn dabei wird der staatliche Zuschuss mit Sicherheit und Zinsen kombiniert. Um den vollen Zuschuss in Höhe von 154 Euro zu bekommen, müssen Riester-Sparer 4 Prozent des Bruttoeinkommens zurücklegen.
Zulagen pro Kind – bis zu 300 Euro jährlich – können den Vertrag dann lukrativ erhöhen.

Und wenn eine Frau keinen Beruf ausübt? Welche Möglichkeiten hat sie dann?

Anja Ehlers: Sollte ihr Mann in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen und selbst riestern, kann die Frau über ihn eine eigene Riester-Versicherung abschließen. Das geht jedoch nur, wenn die beiden verheiratet sind. Sie muss dann im Jahr mindestens 60 Euro einzahlen, um Zulagen berechtigt zu sein.

Reicht diese Anlage für eine Rente aus?

Anja Ehlers: Wahrscheinlich ist die Versorgungslücke zu groß, als dass sie nur durch einen Riester-Vertrag gestopft werden könnte. Das hängt jedoch vom Einzelfall ab und muss für jeden Anleger individuell durchgerechnet werden. Sollte eine Kundin noch jung sein und regelmäßig Geld zurücklegen können, empfehlen wir zusätzlich monatliche Zahlungen in Fonds.

Fonds für die Altersvorsorge? Ist das Auf und Ab an der Börse nicht zu riskant für die Altersvorsorge?

Anja Ehlers: Wenn jemand in jungen Jahren damit anfängt, hat er noch genügend Zeit, Wertschwankungen bis zur Rente auszugleichen. Betrachtet man die langfristige Entwicklung von Wertpapieranlagen, erzielen sie eine höhere Rendite als viele andere Investitionen. In Kombination mit sicheren Geldanlagen wie beispielsweise dem Riester-Vertrag sind dabei insbesondere Fonds durchaus sinnvoll. Mit diesen sind Sie von der Entwicklung eines einzelnen Wertes unabhängig, Risiken werden im Vergleich zu einer Einzelanlage gestreut.

Was ist Ihre Empfehlung für alle Frauen?

Anja Ehlers: Frauen sollten möglichst früh über ihre Altersvorsorge nachdenken und sich nicht einfach nur darauf verlassen, über ihren Mann oder den Staat gut abgesichert zu sein. Sonst sind sie im schlimmsten Fall im Alter von Armut bedroht. Sie sollten ihre Finanzen so schnell wie möglich selbst in die Hand nehmen. Dabei helfen wir gern mit individuellen Lösungen. Wir finden für jede Kundin mit dem Sparkassen-Finanzcheck die passende Lösung.

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Kommentare


Carsten KOlbe schreibt am 07.09.2017 um 12:29 Uhr:

Mmmh, es gibt ja Männer, die emanzipierter als Frauen sind. Schicken Sie jetzt eine Kollegin mit Stöckelschuhen und Sparkassenröcken da hin, um den wertkonserativen Ansatz zu erhalten?

Beste Grüße
Carsten Kolbe


Antwort von Burkhard Lauritzen am 08.09.2017 um 07:45 Uhr:

Nö. Meine Kolleginnen sind alle sehr selbstbewusst und wissen, was sie wollen. Da brauchen wir Männer gar keine Sorge zu haben ;-).
Herzliche Grüße
Burkhard Lauritzen

Antwort von Carsten KOlbe am 09.09.2017 um 18:12 Uhr:

Super (:



Carsten KOlbe schreibt am 03.09.2017 um 20:12 Uhr:

Mojen Herr Lauritzen,

Finanzen sind Männerdomäne. Sollte da nicht auch n Frau das Interview machen? Hat doch sicher andere Sicht auf die Dinge und andere Erfahrungen bei Sparkassens.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Kolbe


Antwort von Burkhard Lauritzen am 04.09.2017 um 07:54 Uhr:

Moin Herr Kolbe,
ja, vielleicht kommt eine Frau auf noch andere Fragen als ich. Ich nehme ihre Anregung auf und werde eine Kollegin bitten, zu einem späteren Zeitpunkt so ein Interview noch einmal zu machen. Danke für Ihren Kommentar und eine schöne Woche.
Viele Grüße
Burkhard Lauritzen